Folge 8 - Walpurgisnacht

Shownotes

Diese Erzählungen entstehen aus vielen Stimmen und Aufzeichnungen, die mir auf meiner Wanderung begegnen. Frei nacherzählt aus alten Spuren, Erinnerungen oder neuen Funden.

Musik: Intro - eingespielt von Yoh

"Dark Walk" Kevin MacLeod (incompetech.com) lizenziert unter Creative Commons: Durch Quellenangabe 4.0 Lizenz http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

"Firesong" Kevin MacLeod (incompetech.com) Licensed under Creative Commons: By Attribution 4.0 License http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

"Ghost Story" Kevin MacLeod (incompetech.com) Licensed under Creative Commons: By Attribution 4.0 License http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

"Moorland" Kevin MacLeod (incompetech.com) Licensed under Creative Commons: By Attribution 4.0 License http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Acient History - Background Music Maker

Midnight in the pineforest - geoffharvey

Walpurgisnacht Hexentanz - JuliusH

Hintergrundgeräusche:

Maunzen - Tanuki Feuerknistern - RonKoster2023 Wind und Grillen - Eryliau Hoot - TheGoosington people Background - freesound community witch laugh - samc44 harsh wind - dragon studio

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00:00:04: Seid gegrüßt Wanderer, rastet hier bei mir am Feuer Denn wie ihr hört hat es noch nicht aus erzählt.

00:00:49: Mein Name ist Valeria, Wanderin der alten Fade.

00:00:54: Ich lausche dem Flüstern der Felder und lasse das Feuer seine Geschichten erzählen.

00:01:03: Ich erspehe im Nebel Schatten die manch anderer übersieht Und folge fast verblassten Spuren.

00:01:11: Meine Aufgabe besteht darin, den alten Geschichten wieder Stimme zu geben.

00:01:18: Heute wollen wir einer ganz besonderen Nacht nachspüren der Walpurgis-Nacht und senkt sich über das Bodetal.

00:01:31: Der Wind trägt schon diesen eigenartigen Geruch von rauch und feuchten Moos.

00:01:37: Vor uns liegt der Hexentanzplatz ein uralter Ort an dem die Nacht früher begann als anderswo.

00:01:47: Hier, sagt man, tansten die ersten Gestalten lange bevor der Mai erwachte.

00:01:55: Wir werden hier nur kurz verweilen Denn in dieser Nacht führt der Weg weiter hinauf in den dunklen Harz Dorthin wo der Nebel dichter wird und der Wind schärfer Zum Brocken zum Blocksberg zum Herz Der Walpurges Nacht.

00:02:19: Wir sind früh dran, zu früh für das große Walpurchesfest der später hier oben beginnen wird.

00:02:27: noch stehen die Stände geschlossen Die Bühne ist dunkel und nur ein paar Techniker laufen über den Platz.

00:02:36: Stille liegt noch über diesen mystischen Ort Und genau diese Stille und in aufziehenden Nebel brauchen wir um einen Blick zwischen die Welten werfen zu können.

00:02:53: Es ist der dreißigste April, viele Orts feuert man heute den Tanz in den Mai und er hat seinen Ursprung in der Walpurgis Nacht.

00:03:04: vor vielen Jahren tanzen an diesem Tag nämlich im ganzen Harz Hexen Geister und Tierwesen um den Winter zu vertreiben und den Sommer zu empfangen.

00:03:17: Und wer weiß Ob sie sich nicht immer noch unentdeckt unter das Volk mischen oder weit ab vom großen Trubel ihr eigenes Fest feiern.

00:03:28: Ich werde versuchen, für euch die mystischen Schleier ein wenig zu lüften.

00:03:35: Lasst uns die alten Gestalten beobachten und ihre Geschichten hören!

00:03:45: Der Hexen-Tanzplatz in Tale war schon immer ein bedeutungsvoller und mystischer Ort.

00:03:52: Ein Sammelplatz für Gestalten die nicht ganz dieser Welt angehören.

00:03:57: Tierwesen, Teufel, Hexen – hier ist ihre Städte!

00:04:02: Hier werden Frauen zu Hexzen gemacht.

00:04:07: Am Hexentanzplatz erwachen ihre Kräfte.

00:04:10: wenn der Vollmond den Felsen in silbernes Licht taucht verstärkt er die Magie des Ortes und die Wirkung uralter Zauber.

00:04:23: Hier auf diesem Plateau über dem Bodetal liegt der Ursprung Denn seit jeher bereiten sich die Visperfrauen hier auf ihren Flug zum Blocksberg vor.

00:04:38: Auch Kräuterkundige kamen seit alten Zeiten hier her, um Heilkräuter im Mondschein zu sammeln und mit Zauberformen zu besprechen damit ihre Kraft sich voll entfalten konnte.

00:04:52: In Thale beginnt der Übergang von Mensch zur Hexe vom Alltag zu Mythos von Natur zu Magie, Von diesseits Zu jenseits.

00:05:10: Der Blocksberg ist das Ziel.

00:05:12: Doch der Hexentanzplatz Ist der Riss im Schleier zwischen den Welten.

00:05:19: Diese Schwelle wird bewacht von einer mächtigen Hüterin.

00:05:23: Der Oberhexe warte Linde Sie entscheidet wer scheitert und wer dem Blocksberg überhaupt erreichen darf.

00:05:33: Sie lehrt die Frauen Tiergestalten anzunehmen Salben anzurühren und die alten Worte zu sprechen.

00:05:42: Vor allem, die Hexensalbe muss gelingen!

00:05:45: Das Einreiben von Haut- und Besenstil ist der Schlüssel zum Flug, der sie in die Walpurgis nachträgt.

00:05:54: Warte Linde galt seit jeher als mächtigste Magierin des Harzes gefürchtet von den Menschen denn sie erschien wie eine Gestalt halb Mensch, halb Natur gewollt einer hochgewachsene Frau, deren Haare wie dunkler Rauch um ihre Schultern wirbelten.

00:06:17: Eingehüllt in einen schwarzen Fellmantel schlich sie zwischen dem Bäumen umher lautlos wie ein Schatten während ihrer stechend gelben Augen alles wachsam beobachtet.

00:06:32: Augen die wie Blitze zu glühen schien.

00:06:38: Siebe herrschte Wind und Donner.

00:06:40: Tiere gehorchten ihr als wären sie Teil ihres Willens und oft hüllte sie sich selbst in eine schwarze Tiergestalt.

00:06:50: Meistens wurde sie als luxgroßes, katzenähnliches Wesen gesehen – geschmeidig lautlos mit glühenden Augen und Krallen so scharf dass sie selbst Steinritzen konnten.

00:07:05: Ihr Name wurde in den Dörfern nur geflüstert um nicht in ihren Blick oder gar in ihrem Band zu geraten Denn niemand konnte sich sicher sein, wann der gelbliche Schimmer ihre Augen zwischen den Hecken auftauchte.

00:07:24: Wartelinde galt als ein uraltes unberechenbares Weib – eine Magierin die den Willen der Menschen boigen konnte wie andere einen Zweig.

00:07:37: Oft berichteten Dorfbewohner von Taten, die sie später nicht erklären konnten.

00:07:42: Sie wussten nur etwas hatte sie gelenkt Jungfrauen mussten stets auf der Hut bleiben, um nicht von ihren Führ zu werden und selbst zur Hexe zu werden.

00:07:53: Warte Linda hauchte ihnen Träume ein, flüsterte ihn Gedanken zu oder schickte düstere Schatten an ihre Betten bis sie ihrem Willen erlagen.

00:08:04: Manchmal erwachten Sie mit dem Gefühl eine fremde Stimme habe durch sie gesprochen.

00:08:12: Sie rief die Winde wie andere Ihre Kinder.

00:08:15: Sie beherrschte das Wetter im Bodetal, und wenn sie zornig wurde, peitschte ein Sturm durch den Felsen der das Gestein erzittern ließ.

00:08:24: Dann duckten sich selbst die Bäume – und die Tiere verstummten!

00:08:31: Am Hexentanzplatz wirkte sie mit ihren Schwestern ihre Zauberrituale Und mal helle, mal dunkle Magie.

00:08:41: Hier lehrte sie den Hexen Die Kunst des Wandelns und den Menschen das Fürchten.

00:08:47: Dieser Ort war ehrreich Ein Platz, an dem sie ihr Gefolge um sich schade, um ihre Kräfte zu nähern und so schauerlichen Tänzen einzuladen.

00:08:58: Besonders in der Walpurgis Nacht begann hier das Fest, da später auf dem Blocksberg sein Höhepunkt finden sollte – sogar Soldaten und Wachen berichteten vom schaurigen Treiben!

00:09:15: Vor langer Zeit waren es zunächst römische Truppen die den Berg bezwingen und die Kultstätte zerstören wollten Doch etwas schlug sie in die Flucht.

00:09:25: Sie berichteten von Wesen halb Mensch, halb Tier mit scharfen Zähnen und fürchterlichen Klauen.

00:09:32: Schreiend und kreichend kamen sie ihnen gegen.

00:09:35: Seltsame Lichter umkreisten den Platz und ein Sturm zog auf.

00:09:42: Kein weiteres Mal wagte es einen römischer Soldat zu diesem Platz.

00:09:48: Später waren es die königlichen Wachen Karl des Großens – auch sie wollten im Treiben ein Ende setzen!

00:09:56: Als sie jedoch auf dem Hexentanzplatz ankam, sahen Sie ebenfalls geheimnisvolle Lichter den Berg hochziehen.

00:10:04: Um den Platz herum entfacht ein Feuer!

00:10:06: Ein Teufel mit glühenden Augen saß feichsend auf dem Felsen während um ihn herum Tiere und Frauen kreischend tanzten.

00:10:15: So blieb dieser Ort unberührt von jeglichen Zerstörungsversuchen und bliebe ein Ort an dem die alten Kräfte noch nicht schweigen.

00:10:26: Ausgelassen wurde beschworen, getanzt geprüft.

00:10:30: Jede Hexe musste zeigen, dass sie bereit war.

00:10:34: Denn wer an der obersten Magierin scheiterte, der schaffte es nicht zum Blocksberg.

00:10:41: und dann, wenn die Nacht endlich hereinfiel, hob Wartelinde ihre Hand – alles verstummte!

00:10:50: Die Schwestern starten gebannt in den Himmel, einem Fingerschnipsen rief Wartelinne den Wind.

00:11:01: Er kam wie ein Wesen, als hätte er nur auf dieses Zeichen gewartet und er trug sie alle hinauf.

00:11:10: Das Bodetal sank tief unter ihn zurück – ein schwarzer Schlund zwischen den Felsen.

00:11:18: Über ihnen aber glühte der Brocken im Sturm, als hätten der Berg selbst Feuer gefangen.

00:11:25: Dorthin führte ihr Weg, dorthin wurde Walpurgis Nacht ihren Höhepunkt erreichte.

00:11:36: Wartelindas Zauber waren mächtig, aber nicht unfehlbar.

00:11:41: Man erzählt sich, dass sie einst von einigen mutigen Dorfbewohnern aufgesucht worden war.

00:11:49: In ihrer Hütte am Hexentanzplatz wollten Sie die oberste Visparfrau überlisten.

00:11:55: Vor Zorn verfluchte sie ihr eigenes Haus so das es plötzlich auf dem Dach stand – die Fenster nach unten und die Türen in die Luft!

00:12:05: Eine Demonstration Ihrer Macht Und ein Schutzzauber, der die Menschen, die das Haus betraten, irre werden lassen sollte und die Geheimnisse im Inneren verbergen sollte.

00:12:18: Die Menschen flohen vor Schreck und stolperten über den Balkon ins Freie als Wartelinda den Zauber lösen wollte.

00:12:27: Fagt sie jedoch keinen gegen Zaubern?

00:12:30: Das Haus blieb trotzig auf dem Dachestehen – als Denkmal ihrer Überheblichkeit!

00:12:37: Seitdem wusste man Sie war mächtig, aber nicht unfehlbar.

00:12:45: Diese Überheblichkeit sollte sie alsbald auch ihre Macht kosten.

00:12:54: Die Jungfrau Holder aus Tade gingen Waldkräuter sammeln und als die Nacht hereinbrach und der Mond aufging erinnerte sie sich dass Kräuter ihre Wirkung stärker entfalteten wenn man sie im Mondstein pflückte.

00:13:10: so näherte sie sich einer Lichtung die in den Silberschein des Mondes getaucht lag.

00:13:17: Als sie das Sammel begann, sah sie immer wieder ein Schatten huschen – bis schließlich direkt vor ihr ein luxgroßes schwarzes Katzenwesen auf den Stein sprang!

00:13:30: Hulder rannte los und hörte dass Wesen schauerlich mounzen!

00:13:45: Ich will dich lehnen, wie man die Kräuter zum Liebestreit baut.

00:13:49: Und mit dein Liebster sich endlich traut!

00:13:54: Doch Hulda schauderte es so sehr, dass sie Belindlings weiter dem Berg hinauf rannte.

00:14:00: oder zu bemerken, das sie an Wartelin des Reichs, an ihren Platz geriet.

00:14:05: Da fauchte das Tier.

00:14:08: nun trittste in meinen Bannkreis herein, dem Zauber.

00:14:12: seist du nun verfallen, treu ergeben!

00:14:15: Seist Du nun

00:14:16: mein!".

00:14:18: In dem Moment wo Wartelinde sich in ihre weibliche Gestalt zurückverwandlte und auf das Mädchenzuschritt rief Hulda göttlich im Beistand her.

00:14:28: So wandt sich die Naturgewalt auf einmal gegen Wartellinde.

00:14:32: Donner-und Blitzschlugen ins Gebirge.

00:14:35: ein Sturm zog auf und packte die überraschte Hexe, ehe sie sich seiner bemächtigen konnte.

00:14:42: So wurde sie gegen einen Fels geschleudert, wo sie direkt versteinerte.

00:14:52: Doch auch wenn die Oberhexe durch Hülder besiegt wurde so ist stets Obacht geboten.

00:14:59: Der Platz hat seinen Zauber, seinen Bann behalten Und die Schwestern bleiben treu ergeben.

00:15:08: dann und wann laden sie doch noch zum schaurigen Tanz und Besenflug ein.

00:15:18: Vanara, der Hexentanzplatz hier in Thale erfreut sich einer langen Tradition und einer erstaunlichen Beständigkeit.

00:15:29: Schon die Germanen sagten diesem Ort eine geheimnisvolle Macht nach.

00:15:34: Hier auf diesen Plateau über dem Bodetal soll einst eine ihrer Kultstädte gelegen

00:15:40: haben.".

00:15:43: Man nimmt an, dass hier Mutter Erde Gottheiten und Fruchtbarkeitsgöttinnen vererrt wurden.

00:15:49: Freya die Herren der Liebe und der Magie oder Nertus – die Göttin der Erde und des Wachstums.

00:15:57: Da der erste Mai bei den Germanen als beginnendes Sommers galt, feierten die Frauen der Stämme hier ihre Furchtbarkeitzfeste.

00:16:06: Ein Fraunkult soll an diesem Ort seine heilige Städte gehabt haben!

00:16:11: geschützt durch die Überreste einer alten Befestigungsanlage, die wie ein Schutzwall das Plateau umgab.

00:16:19: Später mit der Christianisierung wurde dieser Brauch nicht vergessen – Die Kirche legte den Gedenktag der heiligen Walpurga auf den ersten Mai eine Schutzpatronin gegen Bösegeister Pest und Stürme.

00:16:34: Ihre Gebeine gelangten an einem ersten Mai nach Eichstedt wo sie Heilig gesprochen wurde Und so übertrug sich ihre Schutzfunktion auf die Walpurgis Nacht selbst, eine Nacht in der man sich vor Hexentreiben und dunklen Mächten bewahren wollte.

00:16:52: In manchen Regionen und Kulturen feiert man diesen Tag als Beltane – Die heilige Hochzeit des gehörnten Gottes mit der Maikönigin, ein Festes Feuers der Fruchtbarkeit und des Neubeginns!

00:17:08: In dieser Nacht, so glaubt man, berühren sich Himmel und Erde Licht und Dunkelheit Mensch und Natur.

00:17:21: Wenn ihr über das Plateau geht habt ihr vielleicht schon Wartelindes Haus entdeckt.

00:17:26: Es steht Kopfüber die Fenster nach unten Die Türen in die Luft.

00:17:32: Man kann es betreten doch man sollte sich nicht verlaufen Denn man sagt, Wartelinde habe darin einige ihrer Rätsel hinterlassen.

00:17:43: Und wenn ihr am Rand des Plateaus entlang geht schaut einmal genau nach links.

00:17:49: Dort im Profil des Felsens könnt ihr vielleicht ihre Hakenase erkennen.

00:17:55: Die Hexengroßmutter wird sie auch genannt Versteinnert im Moment ihres Sturzes.

00:18:03: Hinter euch erhebt sich die Walpurgeshalle.

00:18:08: Der einäugige Odin blickt vom Giebel hinab ins Tal, als würde er diese Kultstätte noch immer bewachen.

00:18:18: Im Inneren hängen gewaltige Gemälde, Szenen aus längst vergangenen Tagen, aus vergessenen Kulden, Aus Mythen die hier im Harz ihren Ursprung haben.

00:18:32: Tatsächlich hat auch die Legende über die verjagten Römer und Franken ihren wahren Kern.

00:18:39: Im Zuge der Christianisierung zogen Truppen oder Wachen zu dieser Kultstätte, um sie zu zerstören und die Menschen hierzu bekehren.

00:18:48: Die Dorfbewohner wussten dies zu verhindern und überlegten sich einen Plan zur Abschreckung – so sollen sie verkleidet als Hexen-und Teufel kreischend mit Fackeln und Lichtern im Berg hinaufgezogen sein!

00:19:10: Geweigert haben, ihre Kohlstädte aufzugeben.

00:19:15: All das – die Göttinnen, die alten Feste, die Schutzheiligen, die Sagen hat sich in diesem Ort gesammelt!

00:19:25: Der Hexentanzplatz ist kein beliebiger Aussichtspunkt.

00:19:30: Er ist ein Knotenpunkt der Geschichten Ein Ort an dem die uralte Kraft nie ganz verstummt ist.

00:19:40: Auch Goethe festigte den Mythos dieses Ortes in seinem Werk Faust, als er Mephisto empor steigen ließ.

00:19:54: Und das Echo wie die Sage alter Zeiten hallet wieder.

00:19:59: Uhu shuhu tönt es näher Kautz und Kiebitz und der Herr sind sie alle wach geblieben?

00:20:09: Sind das?

00:20:09: Molche durchs Gestreuche lange Beine dicke Bäuche Und die Wurzeln wie die Schlangen winden sich aus Fels und Sande, strecken wunderliche Bande.

00:20:21: Uns zu schrecken!

00:20:22: Uns zu fangen!

00:20:23: Ausbelebten derben Masern strecken sie Polypenfasern.

00:20:28: Nach dem Wandrer – und die Mäuse tausendverbik Scharenweise durch das Mosund durch die Heide und die Funkenwürmer fliegen mit gedrängten Schwärmezügen zum verwirrenden Geleite.

00:20:42: aber….

00:20:44: Sag mir, ob wir stehen oder ob wir weitergehen?

00:20:49: Alles, alles scheint zu drehen.

00:20:51: Fels und Bäume die Gesichter schneiden und die Irren lichtern, Die sich mehren, die sich blähen.

00:21:04: Dringt uns weiter!

00:21:06: Der Schleier hebt sich Und plötzlich zeigt sich ein Weg Den wir am Tage nie bemerkt hätten.

00:21:14: Lang und beschwerlich wäre der Aufstieg zum Brocken Doch heute scheint uns die Nacht selbst hinauf zu ziehen.

00:21:24: Wir dürfen dem Fahrt der alten Zeit nehmen, den Hexenfahrt, den die Visparfrauen ging, lange bevor sich die Welt veränderte.

00:21:44: Wanderer!

00:21:45: Nun stehen wir tatsächlich auf dem Blocksberg.

00:21:50: Hier auf dem Gipfel des Brocken entfesselt sich die Kraft des Mythos.

00:21:56: Der Wind weht herüber wie er einst von Wartelinde entfacht worden ist und das große Feuer lodert schon bereit für eine Rauschendes fest.

00:22:06: Hier spüren wir den Atem der Walpurgis Nacht, hier beginnen die Legenden über Hexen und Geister, hier fanden Gülte und Heinrich Heine ihre

00:22:16: Inspiration.".

00:22:18: So machte Heinrich Heyne ans dem Brocken zum literarischen Sehnsuchtsort, indem er in seinem Bestseller Harzreise Die Naturgewalt, die Freiheit, die Mystik und die erhabene Landschaft vereinte.

00:22:36: Ein Teil davon beschreibt das Gedicht auf dem Brocken.

00:22:42: Heller wird es schon im Osten durch der Sonne kleines Glemmen weit und breit die Bergesgipfel in den Nebelmeere schwimmen.

00:22:54: Hätte ich sieben Meilenstiefel, lief' ich mit der Hass des Windes über jene Bergesgipfel nach dem Haus des lieben Kindes.

00:23:05: Von den Bettchen, wo sie schlummert, zöge ich leise die Gardinen.

00:23:11: Leise küsste ich ihre Stirne, leise ihres Mundsrubbienen und noch leiser wollte ich flüstern in die kleinen Linienohren.

00:23:25: Traum, dass wir uns lieben und das wir uns nie verloren.

00:23:34: Hier oben wird vollendet was am Hexentanzplatz begonnen hat.

00:23:41: Hierher schickte Goethe Seime Fisto über den Teufelstieg der auch heute noch den Namen trägt den der Dichter ihm gab.

00:23:50: Dort muss man den Berg über Gestein- und Bachläufe erklimmen.

00:23:55: tatsächlich War vor langer Zeit der Brocken so unbezwingbar, dass man nur Hexen nachsagte sie könnten diesen erklimmen.

00:24:05: Fauna und Flora waren gefährlicher als heute.

00:24:09: Der Berg war dicht bewachsen und von Luxem besiedelt – zum Teil angeblich sogar von Berglöwen.

00:24:18: Der sogenannte Hexenfahrt gestaltet sich etwas einfacher und führt noch weiter durchs Bodetal.

00:24:25: Früher fürchtete man sich vor dem, was man nicht erklären konnte und wie wir schon beim Schwerter Latern im Pfad gelernt haben wurden die Heilerinnen für Unglücke verantwortlich gemacht.

00:24:39: In einer Welt in der Krankheit und Missernte wie unsichtbare Feinde über die Menschen kamen suchten die Dörfer nach Schuligen und oft traf es jene, die eigentlich Hoffnung brachten – Die HeilerInnen!

00:24:57: Sie kannten die Sprache der Kräuter, wussten welche Rinde Schmerzen lindert, welche Blüte das Fieber senkt.

00:25:05: Doch je größer ihr Wissen, desto größer die Angst der anderen!

00:25:11: Wenn ein Kind starb wenn das Vieh veränderte, wenn der Himmel wochenlang verschlossen blieb Dann reichte ein einziger Verdacht Ein einziges Gerücht.

00:25:22: Aus einer Helferin wurde eine Verdächtigte Aus einer Verdächtigten eine Bedrohung.

00:25:27: und genau in dieser Zeit erschien ein Buch, das wie Öl ins Feuer gegossen wurde.

00:25:36: Der Hexenhammer!

00:25:40: Verfasst von dem Inquisitor Heinrich Kramer behauptete dieses Werk Hexerei sei überall – und vor allem in den Händen der Frauen.

00:25:51: Es lieferte nicht nur angebliche Beweise sondern gleich auch die Anleitung, wie man sie finden sollte Mit Fangfragen, mit Folter und vorgefertigten Urteilen.

00:26:03: Ein Handbuch der Angst – ein Werkzeug das aus Misstrauen ein System machte.

00:26:09: Der Hexenhammer wurde zur Waffe.

00:26:12: Ein Buch das Vorgab die Wahrheit zu kennen und doch nur eines tat.

00:26:17: Angst in ein System verwandeln.

00:26:20: Ein System dass unzählige Frauen das Leben kostete Darunter viele die eins nur eines wollten heilen.

00:26:32: Und dieses System griff um sich, von Dorf zu Dorf vom Gericht zur Gericht bis die Vorstellung von Hexen nicht mehr nur ein Gerücht war sondern ein Bild das ich tief in die Landschaft einbrannte besonders hier im Harz auf jenen Höhen auf denen der Windgeschichten trägt und die Menschen flüsterten dass sich in der Waldpurges nach den Hexens versammeln Auf dem Hexentanzplatz auf dem Brocken, Orte die bis heute von diesen Erzählungen leben und von den Schatten, die der Hexenhammer geworfen hat heimgesucht werden.

00:27:16: Um den Brocken herum soll neben den Vispar Frauen aber auch manch geisterhafte Erscheinung gesehen worden sein.

00:27:26: Einmal wurde ein Köhler in der Nähe von zwölf kleinen schwarzen Gestalten heim gesucht, die um seinen Feuer tanzten und ihm die Glut staden.

00:27:35: Andere wiederum begegneten im Wald und im Gebirge geistern, die ihn halfen große Erzschätze zu finden.

00:27:43: Doch überlesen sie diese Reichtümer den Bergleuten nie ohne Bedingung!

00:27:49: Es gab stets eine Aufgabe zu erfüllen – wer versagte erhielten nichts oder löste einen Fluch aus?

00:27:58: So soll heute noch eine weiße Nonne am Andreasberg wandeln.

00:28:03: Einst wurde sie von einem Bergmann aus einem hohen Baum befreit.

00:28:07: Zum Dank zeigte sie ihm, wo ein neues Erzbergwerk angelegt werden müsse, indem sie ihn ein Kind dorthin tragen ließ.

00:28:15: Doch ein weiterer Geist erschien und ließ das Kind mit einem Ziegenbock verschwinden – er stellte die Bedingung für das Gelingen der Unternehmung.

00:28:25: Kein Wort durfte gesprochen werden bis alles vollendet sei!

00:28:30: Doch dem Bergmann entfuhr ein einziger laut, Das Werk gelang hundert Jahre lang.

00:28:36: Doch die Nonne musste bleiben und wandeln.

00:28:39: Hätte er mehr gesprochen?

00:28:41: So hätte er mit ihr gehen müssen!

00:28:45: Doch der berühmteste Geist des Harzes ist ein anderer – das Brockengespenst Ein Schatten größer als jeder Mensch, Der sich im Nebel erhebt Wenn die Sonne tief steht und er will die Wolken über den Gipfel treibt.

00:29:06: Wanderer berichten, sie hätten eine riesenhafte Gestalt gesehen mit ausgebreiteten Armen umgeben von einem flammenen Kranz aus Licht.

00:29:17: Manche glaubten der Teufel selbst stehe vor ihnen andere schworen es sei der Geist eines uralten Doiden.

00:29:25: wieder Andere meinten Es sei ein Wächter Der Prüfe wer dem Blocksberg betreten dürfe.

00:29:32: Wanderer, dieses Brocken gespenst gilt als ein reales Phänomen.

00:29:42: In Wahrheit ist es ein Spiel aus Licht und Nebel – Ein Schatten der sich vervielfacht und vergrößert Wenn die Sonne hinter dem Beobachter steht.

00:29:52: Der Beobichter sieht sie selbst Und die Reflexion auf der Nebelwand Die dann und wann den Gipfel des Brockens umhüllt.

00:30:01: Und doch wer einmal Oben im Sturmstand, wenn der Nebel wie lebendig über die Felsen kriegt, Der weiß.

00:30:13: Es fühlt sich nicht an Wie ein bloßer Schatten.

00:30:16: Es füllt sich an Als würde etwas auf einen warten.

00:30:22: Und genau dort sind wir nun oben am Brocken Dem wahren Blocksberg An jenem Ort, an dem Die Geister der Berge, die Alten sagen und die Walpurges Nacht Sich zu einem einzigen Augenblick verdichten.

00:30:38: Die Legenden erzählen von Männern, die mit Hexen anwandelten und ab und zu ihr Treiben beobachten durften.

00:30:45: Einer ritt mit seiner Braut auf einer ganz dem Berg hoch – so einem Rauschenden fest!

00:30:50: Ein anderer nippte heimlich am Zaubertrank von seiner Braute und seiner Mutter.

00:30:55: So verschlug es ihn ebenfalls auf den Gipfel.

00:30:58: doch da er den Zaubertrang vergaß musste er dann beschwerlichen Heimweg zur Fuß antreten.

00:31:03: Dort sollte er zu Strafe, dass er sich mitschlich in ein Esel verwandelt worden sein und erte in den Nächten durch das Dorf.

00:31:12: Seine Familie hatte nach ein paar Tagen einsehen und sagte ihm, er solle sich bei der nächsten Taufe mit Weihwasser überschütten lassen.

00:31:21: Es gelang ihm, den Fluch zu brechen – und er versöhnte sich mit seiner Braut auf das sie eine lange glückliche Ehe führten!

00:31:32: Wenn die Nacht des dreichsisten April herab singt verändert sich der Brocken, über den Faden, die wir gegangen sind legt sich ein Schimmer als würde die Luft selbst zu glühen beginnen.

00:31:45: Der Boden unter unseren Füßen wirkt leichter!

00:31:49: Der Wind trägt Funken, die keine Funken sind und irgendwo in der Ferne haben wie einen Lachen das nicht von Menschen stammt.

00:32:01: Die alten Kräfte erwachen, die Schweistern sammeln sich und der Blocksberg ruft.

00:32:07: Lasst mich euch nun vom Höhepunkt der Walpurgis Nacht erzählen.

00:32:16: In der Nacht vom dreißigsten April auf den ersten Mai glüht der Nebel auf dem Brocken im Licht der Feuer, und aus allen Richtungen kommen sie heran – die Schwestern, die Visperfrauen, die Alten und die Jungen, die Wilden und die Weisen!

00:32:35: Manche reiten auf Gänsen, die mit ausgebreiteten Schwingen durch die Nacht schneiden.

00:32:40: andere kommen auf Ziegenböcken herangesprungen, deren Hufen Funken schlagen.

00:32:45: Wieder andere sitzen auf Eseln die mit erstaunlicher Leichtigkeit den Fels erquemen und dort eine ganze Schadi auf Mistgabeln und Besen durch die Luft fährt als wären es uralte lebendige Wesen, die nur in dieser Nacht erwachen.

00:33:01: Zwischen ihnen huschen Tiere, die sonst im verborgenen Leben Mäuche, die im Feuerschein schimmern wie glühende Edelsteine Luxe, deren Augen im Dunkeln aufblitzen.

00:33:13: Katzen schwarz wie der Schatten selbst die sich um die Beine der Hexen winden oder mit erhobenen Schwanz über die Felsen stolzieren.

00:33:22: Es ist ein Fest der Wesen, die sonst getrennt sind Mensch, Tier, Geist, Schatten und die sich nur in diese Ein Nacht begegnen.

00:33:35: Auf dem höchsten Punkt des Blocksbergs wird ein großer Kreis aus Feuer entzündet.

00:33:41: Dort beginnt das Festmahl.

00:33:44: Auf langen, grob gehauenen Steintischen stehen dampfene Kräutertränke die im Licht pulsieren Brote, die nach Wald und Erde durften Früchte, die in dunklen Schimmern wie kleine Munde Und noch viele weite Rücköstlichkeiten.

00:34:00: Die Hexen lachen Trinken stoßen an Sie tanzen im Kreis Mal ausgelassen mal wild Mal in eine Ordnung die so alt ist, dass niemand mehr weiß, woher sie stammt.

00:34:13: Die Tiere mischen sich unter sie, Katzen springen durch die Flammen ohne sich zu verbrennen, luxe Schleichen zwischen den Tischen hindurch, Mäulche kriechen über die Steine als würden sie die Muster der alten Ruhn nachzeichnen.

00:34:28: und überall liegt ein Klang, Ein Summen, ein Singen, ein Wissbann, Als würde der Berg selbst mitfeiern.

00:34:37: Dies ist der Höhepunkt der Walpurgis Nacht.

00:34:41: Ein Fest, das nur jene sehen, die den Mut haben in dieser Nacht den Weg hinauf zu gehen!

00:34:48: Mensch, Tier, Geist, Schatten – Die Schwestern, die Visperfrauen, die Alten und die Jungen, die Wilden und die Weisen.

00:34:58: Sie sollen die ganze Nacht durchtanzen.

00:35:01: Sie tanzen den Schnee vom Gipfel herunter bis die Sonne wieder aufgeht auf das sie den Winter vertreiben und in Sommer begrüßen.

00:35:11: Und für einen Augenblick, Wanderer, stehen wir mitten darin!

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